Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen – Biografie



1098 wurde sie als 10. Kind der Familie der Bermersheimer, einem alten deutschen Adelsgeschlecht geboren. 
Mit 8 Jahren wurde Hildegard zur Erziehung an Jutta von Sponheim ins Kloster Disibodenberg überlassen, wo sie mit 16 Jahren das Ordensgelübde als Benediktinerin ablegt.  

1136 – im Alter von 38 Jahren wurde sie nach dem Tod von Jutta von Sponheim zur Priorin gewählt. Sie verließ zwischen 1147-1151 verließ sie ihr Heimatkloster auf dem Disibodenberg und gründete an der Nahe ihr erstes Kloster auf dem Rupertsberg. Heute ist es leider nur noch eine Ruine. 
Sie hatte schon als Kind die Gabe der „Schau“. Nach einer entscheidenden Vision beginnt sie im Alter von 43 Jahren mit dem Diktat und der Aufzeichnungen ihrer Visionen mit Hilfe ihres einstigen Lehrers, dem Mönch Volmar. Nachdem der Papst ihre Sehergabe bestätigt, fordert dieser sie offiziell auf, ihre Schriften weiterzuführen. 

 So entstehen um 1141 Scivias (Wisse die Wege) – Entstehung der Schöpfung und von der Erlösung der Welt 

 1151 – 1158 Liber simplicis medicinae oder Physica („Naturkunde“) Liber compositae medicinae oder Causae et curae („Heilkunde) 

 1158 – 1163 Liber vitae meritorum - Der Mensch in der Verantwortung / Psychotherapie  

1163 – 1173 Liber divinorum operum - Welt und Mensch und neben ihren zahlreichen musikalischen Werken ein großer Schatz an Schriftwechseln mit großen Zeitgenossen wie Abt Bernhard von Clairvaux und Friedrich Barbarossa.  

1158 bis 1161 unternimmt Hildegard die erste ihrer Prediktreisen entlang dem Main bis nach Bamberg 1161 führ sie ihre zweite Prediktreise über Trier nach Lothringen 1161-1163 unternimmt sie ihre dritte Prediktreise rheinabwärts bis Köln.  

Um 1165 übernimmt Hildegard das Kloster Eibingen oberhalb von Rüdesheim. 1170 führt sie ihre vierte Prediktreise nach Schwaben – Maulbronn, Hirsau und Zwiefalten zählen zu den Orten.  

1178 begräbt Hildegard einen exkommunizierten Edelmann. Daraufhin verhängt Mainz über sie das Interdikt, um dessen Aufhebung sie zäh kämpft und nach einem Jahr erringt. Am 17. September 1179 stirbt Hildegard im Kreise ihrer Mitschwestern. Seither wurde sie als Volksheilige verehrt - 2012 erhielt sie offiziell vom Papst den Titel „Kirchenlehrerin“ und wurde heiliggesprochen. Ihre Reliquien ruhen seit 1641 in der Klosterkirche in Eibingen. 

 Doch wer war Hildegard von Bingen wirklich? Viele Details der Biografie Hildegards sind noch gar nicht erforscht. Die Vorstellung vom Leben dieser Volksheiligen ist stark geprägt von den Mythen und Legenden der letzten Jahrhunderte. Die umfassende wissenschaftliche Erforschung ihres Lebens und Wirkens ist das Anliegen des „Museum am Strom“ in Bingen. Dort kann man Hildegard von Bingen mit allen Sinnen in einer Dauerausstellung erleben – an ihrer historischen Wirkungsstätte.