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Hildegard von Bingen – Biografie

Hildegard-Biografie

Das Leben der Hildegard von Bingen

Wer war die Frau hinter den berühmten Visionen und Heilrezepten? Begleiten Sie Hildegard von Bingen auf ihrem Weg von der Klosterschülerin zur Kirchenlehrerin und erfahren Sie, was ihr Leben so zeitlos wertvoll macht.

Hildegard von Bingen und Volmar

Hildegard von Bingen beim Diktat ihrer Visionen an den Mönch Volmar (Miniatur aus dem Codex Scivias).

Statue Hildegard von Bingen

„Vom zarten Alter an mit besonderen himmlischen Gaben beschenkt, durchschaute die hl. Hildegard weise die Geheimnisse der Theologie, Medizin, Musik und anderer Künste, schrieb über sie zahlreiche Bücher und stellte die Verbindung zwischen Erlösung und Schöpfung ins Licht.“

Papst Johannes Paul II. in seiner Botschaft zum Hildegard-Jubiläum

Stationen eines bewegten Lebens

1098 wurde sie als 10. Kind der Familie der Bermersheimer, einem alten deutschen Adelsgeschlecht, geboren. Mit 8 Jahren wurde Hildegard zur Erziehung an Jutta von Sponheim ins Kloster Disibodenberg übergeben, wo sie mit 16 Jahren das Ordensgelübde als Benediktinerin ablegte.

1136 – im Alter von 38 Jahren – wurde sie nach dem Tod von Jutta von Sponheim zur Priorin gewählt. Zwischen 1147 und 1151 verließ sie ihr Heimatkloster auf dem Disibodenberg und gründete an der Nahe ihr erstes eigenes Kloster auf dem Rupertsberg. Heute ist davon leider nur noch eine Ruine erhalten.

Sie hatte schon als Kind die Gabe der „Schau“. Nach einer entscheidenden Vision begann sie im Alter von 43 Jahren mit dem Diktat und der Aufzeichnung ihrer Visionen, unterstützt von ihrem einstigen Lehrer, dem Mönch Volmar. Nachdem der Papst ihre Sehergabe bestätigt hatte, forderte dieser sie offiziell auf, ihre Schriften weiterzuführen.

Ihr Lebenswerk

  • Um 1141: Scivias („Wisse die Wege“) – Entstehung der Schöpfung und Erlösung der Welt.
  • 1151 – 1158: Liber simplicis medicinae oder Physica („Naturkunde“) sowie Liber compositae medicinae oder Causae et curae („Heilkunde“).
  • 1158 – 1163: Liber vitae meritorum – Der Mensch in der Verantwortung / Psychotherapie.
  • 1163 – 1173: Liber divinorum operum – Welt und Mensch. Neben diesen Werken hinterließ sie einen großen Schatz an Schriftwechseln mit bedeutenden Zeitgenossen wie Bernhard von Clairvaux und Friedrich Barbarossa.

1158 bis 1161 unternahm Hildegard die erste ihrer Predigtreisen entlang dem Main bis nach Bamberg. 1161 führte sie ihre zweite Predigtreise über Trier nach Lothringen und von 1161 bis 1163 unternahm sie ihre dritte Predigtreise rheinabwärts bis Köln.

Um 1165 übernahm Hildegard das Kloster Eibingen oberhalb von Rüdesheim. 1170 führte sie ihre vierte Predigtreise nach Schwaben – Orte wie Maulbronn, Hirsau und Zwiefalten zählten dazu.

1178 begrub Hildegard einen exkommunizierten Edelmann, woraufhin Mainz über sie das Interdikt verhängte. Sie kämpfte zäh um dessen Aufhebung und errang diese nach einem Jahr. Am 17. September 1179 starb Hildegard im Kreise ihrer Mitschwestern. Seither wurde sie als Volksheilige verehrt. 2012 erhielt sie offiziell vom Papst den Titel „Kirchenlehrerin“ und wurde heiliggesprochen. Ihre Reliquien ruhen seit 1641 in der Klosterkirche in Eibingen.

Hildegard von Bingen: Mythos & Wahrheit

Doch wer war Hildegard von Bingen wirklich? Viele Details ihrer Biografie sind noch immer Gegenstand der Forschung. Die Vorstellung von ihrem Leben ist oft geprägt von Mythen und Legenden der letzten Jahrhunderte. Die wissenschaftliche Erforschung ihres Wirkens ist das Anliegen des „Museum am Strom“ in Bingen. Dort kann man Hildegard von Bingen an ihrer historischen Wirkungsstätte mit allen Sinnen erleben.


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