Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Schneller Versand
Service-Hotline 07704 9241-0 Service-Hotline 07704 9241-0

Die Lehre von Hildegard von Bingen

Hildegard-Lehre

Hildegard von Bingen und der Weg zur Gesundheit

Gott hat den Menschen mit allem umgeben und gestärkt und hat ihn mit gar großer Kraft rundum durchströmt, damit ihm die ganze Schöpfung in allen Dingen beistünde. Die ganze Natur sollte dem Menschen zur Verfügung stehen, auf dass er mit ihr wirke, weil ja der Mensch ohne sie weder leben noch bestehen kann.

Hildegard von Bingen, Liber divinorum operum

Es gibt viele Wege, sich Hildegard von Bingen zu nähern und kennenzulernen. Der populärste Zugang zu Hildegard ist ihre Medizin, die auf der christlichen Lehre des Ausgleichs der Tugenden und Laster und dem Maßhalten in allen Dingen beruht.

Der überlieferte Wissensschatz umfasst eine Vielzahl präziser Anleitungen zur Ernährung, der Herstellung von Heilkräutern und der Anwendung wertvoller Elixiere. Auch die Heilwirkung von Steinen und Musik findet in ihrem Werk ihren Platz.

Das zentrale Ziel: Das gesamte Universum steht der Gesunderhaltung von Mensch und Natur zur Verfügung. Als Leitfaden für diesen Weg formulierte Hildegard von Bingen ihre 6 goldenen Lebensregeln, die uns bis heute als Fundament dienen können.

Hildegard von Bingen Weltmensch – Die 6 goldenen Lebensregeln der Naturheilkunde – Stadtmühle Geisingen

1. Die Heilkraft der Natur

Um die Gesundheit zu erhalten und wiederherzustellen, nutzen wir vor allem die Heilkräfte der Natur. Wir schöpfen Lebensenergie aus positiven Naturerlebnissen und natürlichen Heilmitteln.

2. Lebensmittel als Heilmittel

Lebensmittel sollen die Grundlage für ein gesundes Leben sein. Dabei ist besonders auf die „Subtilität“ – die nützlichen, feinstofflichen Kräfte der Nahrung – zu achten.

3. Ausgewogenheit von Schlafen und Wachen

Schlafen, Wachen sowie Bewegung sollen stets in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, um die Regeneration überstrapazierter Nerven zu ermöglichen.

4. Gesundes Gleichgewicht: Ora et labora

Zwischen Arbeit und Freizeit sollte ein gesundes Gleichgewicht bestehen, ganz nach der benediktinischen Regel: „Ora et labora“ – Bete und arbeite.

5. Reinigung des Körpers

Die Reinigung des Körpers von seinen Giften – etwa durch Fasten, Aderlass oder Schröpfen – dient der bewussten Ausleitung von Verunreinigungen und Schadstoffen aus dem Bindegewebe und dem Blut.

6. Seelische Abwehrkräfte stärken

Wir wandeln psychosoziale Schwächen in großzügige Taten um. Indem wir eigene Schattenseiten (Laster) erkennen, versuchen wir, diese durch heilende Schutzfaktoren (Tugenden) gezielt auszugleichen.

Hildegard schaut den Menschen, wie er mit weit ausgestreckten Armen im Mittelpunkt des Kosmoskreises steht. Die Elemente, die Winde, die Sternbilder, alle Kreaturen sind auf den Menschen hin ausgerichtet; die kosmischen Kräfte senden ihm ihre Strahlen zu: der Kosmos ist Gottes Werk für den Menschen. Umfangen wird der Weltenkreis von Gottes Liebe, der Caritas, welche spricht:

Bild der feurigen Kraft (Sonne)

„Ich, das feurige Leben der Gottwesenheit, flamme dahin über die Schönheit der Felder. Ich leuchte in den Wassern, Ich brenne in der Sonne, im Mond und in den Sternen. In jeglichem Geschöpf bin ich die verborgene feurige Kraft…“

Hildegard von Bingen

Hildegard sieht den Menschen als Krone der Schöpfung – doch eindrücklich schreibt sie in ihrer Visionsschrift „Liber divinorum operum“ (Das Buch der göttlichen Werke):

Hildegard Kräutergarten

„[Gott hat] den Menschen mit allem umgeben und gestärkt und hat ihn mit gar großer Kraft rundum durchströmt, damit ihm die ganze Schöpfung in allen Dingen beistünde. Die ganze Natur sollte dem Menschen zur Verfügung stehen, auf dass er mit ihr wirke, weil ja der Mensch ohne sie weder leben noch bestehen kann.“

Hildegard von Bingen, Liber divinorum operum

Ihre Schriften können uns Orientierung in allen Lebensphasen und allen dringenden Anliegen der heutigen Zeit geben. So steht für Hildegard außer Frage, dass der Mensch mit seinen Taten für die Natur verantwortlich ist. Sie schreibt unmissverständlich im „Liber vitae meritorum“ (Buch der Lebensverdienste):

Hildegard Miniatur

„Gott hat alle Dinge so eingerichtet, dass eins auf das andre Rücksicht nehme. Je mehr einer vom anderen lernt, wo er von sich aus nichts weiß, umso mehr wächst doch in ihm das Wissen. Daher besitzt er durch die Wissenschaft Augen, um auf sich zu achten, damit er nicht in eine Gefahr renne und sich darin aufs Spiel setzte. Wenn der Mensch nämlich nicht darauf achten würde, wem könnte er dann durch sein Befehlen vorstehen? Welches Geschöpf würde ihm gehorchen, und was in der Schöpfung würde ihm noch dienen? Mit Hilfe der Natur setzt der Mensch ja ins Werk, was für ihn lebensnotwendig ist.“

Hildegard von Bingen, Liber vitae meritorum

In den Zeiten der Klimakrise sind diese Texte aktuell wie nie zuvor. Die überlieferten Briefwechsel mit Geistlichen, Kaisern, Bischöfen und dem Papst geben uns einen Eindruck über die große Persönlichkeit dieser starken Frau, die allen Ratgeberin und Mahnerin war.

Während sich die Abtei St. Hildegard in Bingen dem theologischen Werk annimmt und die wissenschaftliche Erforschung von Hildegards Lebensweg in den Händen des Hildegard-Museums in Bingen liegt, gab es in Konstanz am Bodensee Herrn Dr. Gottfried Hertzka, der als Pionier zusammen mit Herrn Dr. Wighard Strehlow, noch heute praktizierender Hildegard-Therapeut, die medizinischen Schriften übersetzt, und die Heilmethoden erforscht und an zahllosen Patienten nun über 45 Jahren erforscht, erprobt und therapiert hat und viele Ärzte und Heilpraktiker weitergebildet hat.

Vertiefende Literatur & Hildegard-Produkte