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Gundelrebe

Glechoma hederacea

Historische Überlieferung – keine medizinischen Empfehlungen, Heil- oder Gesundheitsaussagen. mehr

Historische Pflanzenzeichnung: Gundelrebe
Gundelrebe

Überlieferung (Hildegard-Tradition)

In der Hildegard-Überlieferung wurde die Gundelrebe traditionell dem Bereich von Atemwegen und Kopf zugeordnet.

Zutaten

Verwendet werden die oberirdischen Pflanzenteile, also das blühende Kraut.

Hinweis

In alten Handschriften wurden Gundelrebe und Haselwurz nicht sauber auseinandergehalten; Fachleute weisen darauf hin, dass Kapitel der einen Pflanze unter dem Namen der anderen überliefert wurden. Die Haselwurz ist mit ihrem asaronhaltigen ätherischen Öl eine ganz andere Pflanze; die Literatur beschreibt sie als stark brennend im Geschmack, magenreizend und in größeren Mengen gefährlich.

Pflanzenkundliches

Die Gundelrebe, vielerorts auch Gundermann genannt, ist ein Lippenblütler (Lamiaceae). Sie bleibt mit etwa zehn bis dreißig Zentimetern niedrig, treibt aber oberirdische Ausläufer, die über einen Meter lang werden und Wurzeln bilden; die lang gestielten Blätter sind nierenförmig mit herzförmigem Grund, die aufrechten Triebe blühen blauviolett. Gesammelt wird ausschließlich das Kraut über der Erde. Es enthält wenig ätherisches Öl, dazu Gerb- und Bitterstoffe, Glechomin, etwas Marrubiin, Harz, Wachs und Saponin; die Quellen nennen außerdem Ursol-, Zimt- und Rosmarinsäure sowie Bioflavonoide. Hildegard führt die Gundelrebe im ersten Buch der Physica als mehr warm als kalt und trocken und hebt eigens die Kraft ihres Grüns hervor.

Quellen & Belegstellen

  1. Strehlow, Wighard: Die Hildegard-Naturapotheke. Heilmittel und Rezepte von A bis Z. Knaur Verlag 2014.
  2. Strehlow, Wighard: Der Hildegard-Kompass. Die wichtigsten Heilmittel und Anwendungen. Knaur Verlag 2014.
  3. Hildegard von Bingen: Heilsame Schöpfung. Die natürliche Wirkkraft der Dinge (Physica). Hrsg. von der Abtei St. Hildegard, Eibingen. Beuroner Kunstverlag 2012 (4. Auflage 2024). Cap. 1-105.

Der Text dieses Eintrags ist eine eigenständige, sinngemäße Zusammenfassung auf Grundlage der genannten Werke – keine wörtliche Wiedergabe. Die Seiten- bzw. Kapitelangaben weisen die inhaltliche Herkunft nach. Hochgestellte Ziffern an einer Abschnittsüberschrift verweisen auf das Werk, dem dieser Abschnitt konkret folgt. Alle Rechte an den Originalwerken liegen bei den jeweiligen Autorinnen, Autoren und Verlagen.

Weitere Zubereitungen aus Gundelrebe

Historische Überlieferung. Die vorstehenden Angaben geben wieder, wie dieses Mittel in der Tradition der Hildegard von Bingen beschrieben und verwendet wurde. Es handelt sich um kulturhistorische Informationen, nicht um medizinische Empfehlungen, Heil- oder Gesundheitsaussagen; sie ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ärztin, Arzt oder Apotheke.

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