Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Schneller Versand
Service-Hotline 07704 9241-0 Service-Hotline 07704 9241-0

Rainfarn

Tanacetum vulgare

Historische Überlieferung – keine medizinischen Empfehlungen, Heil- oder Gesundheitsaussagen. mehr

Historische Pflanzenzeichnung: Rainfarn
Rainfarn

Überlieferung (Hildegard-Tradition)

In der Hildegard-Überlieferung wurde der Rainfarn traditionell dem Bereich von Atemwegen und Harnwegen zugeordnet.

Zutaten

Verwendet werden das frische Kraut ohne Blüten und die getrockneten Blätter. Als Inhaltsstoffe werden das thujonhaltige ätherische Öl, der Bitterstoff Tanacetin und im Frühjahrssaft Phytosterole genannt.

Hinweis

Das ätherische Öl des Rainfarns ist reich an Thujon, und die Blüten gelten als giftig; sie werden nicht verwendet. Zubereitungen greifen ausschließlich auf das frische Kraut ohne Blüten oder auf den Presssaft des Frühjahrs zurück, in dem Analysen kein Thujon nachweisen konnten. Von der früher verbreiteten Verwendung als Wurmmittel wird abgeraten.

Pflanzenkundliches

Der Rainfarn ist ein Korbblütler mit doppelt gefiederten Blättern. Seine Blütenköpfchen tragen keine Zungenblüten und sind zu einer flachen, doldenähnlichen Rispe zusammengefasst. Die Pflanze riecht kräftig bitter-aromatisch; in Mitteleuropa ist sie weit verbreitet und steht bis in den späten Herbst hinein blühend an Wegrändern und Bahndämmen. Hildegard führt ihn in der Physica als warm und etwas feucht und geht dort nur auf die doppelt gefiederten Blätter ein, was in der Literatur als möglicher Hinweis darauf gedeutet wird, dass ihr die Giftigkeit der Pflanze bekannt gewesen sein könnte. Neuere Analysen fanden im Presssaft des Frühlings-Rainfarns kein Thujon; erst zur Blütezeit ließ es sich im Saft nachweisen, weshalb ausschließlich der Frühjahrssaft verarbeitet wird.

Quellen & Belegstellen

  1. Hildegard von Bingen: Heilsame Schöpfung. Die natürliche Wirkkraft der Dinge (Physica). Hrsg. von der Abtei St. Hildegard, Eibingen. Beuroner Kunstverlag 2012 (4. Auflage 2024). Cap. 1-111.
  2. Strehlow, Wighard: Die Hildegard-Naturapotheke. Heilmittel und Rezepte von A bis Z. Knaur Verlag 2014.
  3. Strehlow, Wighard: Der Hildegard-Kompass. Die wichtigsten Heilmittel und Anwendungen. Knaur Verlag 2014.
  4. Heepen, Günther H.: Das Heilwissen der Hildegard von Bingen. Gräfe und Unzer Verlag 2015.

Der Text dieses Eintrags ist eine eigenständige, sinngemäße Zusammenfassung auf Grundlage der genannten Werke – keine wörtliche Wiedergabe. Die Seiten- bzw. Kapitelangaben weisen die inhaltliche Herkunft nach. Hochgestellte Ziffern an einer Abschnittsüberschrift verweisen auf das Werk, dem dieser Abschnitt konkret folgt. Alle Rechte an den Originalwerken liegen bei den jeweiligen Autorinnen, Autoren und Verlagen.

Weitere Zubereitungen aus Rainfarn

Historische Überlieferung. Die vorstehenden Angaben geben wieder, wie dieses Mittel in der Tradition der Hildegard von Bingen beschrieben und verwendet wurde. Es handelt sich um kulturhistorische Informationen, nicht um medizinische Empfehlungen, Heil- oder Gesundheitsaussagen; sie ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ärztin, Arzt oder Apotheke.

‹ Zurück zum Lexikon